IC 5146 – Der Kokon-Nebel im Sternbild Schwan
IC 5146, besser bekannt als Kokon-Nebel (auch Sh2-125 bzw. Caldwell 19), ist ein Emissions- und Reflexionsnebel mit einem eingebetteten offenen Sternhaufen im Sternbild Schwan (Cygnus). Der Sternhaufen trägt die Bezeichnung Collinder 470.
Diese Aufnahme entstand in mehreren Nächten zwischen Ende Mai und September 2026. Zum ersten Mal kam dabei meine neue Kamera ToupTek ATR2600M mit Antlia LRGB- und 7-nm-Schmalbandfiltern (hier nur Hα) zum Einsatz. Als Korrektor dient am Lacerta-FN250-Teleskop mit 1000 mm Brennweite ein TeleVue Paracorr Typ II, der die Brennweite um den Faktor 1,15 auf effektiv rund 1158 mm (f/4,6) verlängert. Die Adaption des Korrektors mit einem zusätzlich zwischen Okularauszug und Kameraeinheit eingesetzten Rotator erforderte individuell angepasste Adapter. Nach einigen Lernschritten ist dies nun das First Light des neuen Setups.
Der Kokon-Nebel im Sternbild Schwan, Teleskop 10" Newton f=1000mm, Kamera ToupTek ATR2600M, Gesamtbelichtungszeit 31h42min
Bild wie oben aber mit Farbabgleich (PixInsight SPCC) mit heißerem K7V-Stern als Weißreferenz (anstatt Mittelwert Spiralgalaxie)
Der Nebel hat eine scheinbare Ausdehnung von rund 10 Bogenminuten und ist etwa 2500 Lichtjahre von der Erde entfernt; daraus ergibt sich eine physische Ausdehnung von gut sieben Lichtjahren - je nachdem, wie weit man die schwachen Außenbereiche hinzurechnet, finden sich in der Literatur Werte bis etwa 10 Lichtjahre. Der Nebel ist ein Sternentstehungsgebiet mit ionisiertem atomarem Wasserstoff und hat sowohl emittierende, reflektierende als auch absorbierende Bestandteile. Seine scheinbare Helligkeit beträgt 9,3 mag.
IC 5146 befindet sich von der Erde aus gesehen am östlichen Ende der länglichen Dunkelwolke Barnard 168 und ist mit dieser zusammen Teil einer ausgedehnten Molekülwolke. Etwas westlich liegt der Reflexionsnebel vdB 147, der vermutlich ebenfalls zum Komplex gehört.
Die im Innern der Wolke ablaufende, rege Sternentstehung führt zur Bildung eines jungen offenen Sternhaufens mit der Bezeichnung Collinder 470, einer scheinbaren Helligkeit von 7,2 mag und einem geschätzten Alter von wenigen hunderttausend Jahren. Dieser Sternhaufen und insbesondere der hellste Stern in seinem Zentrum, BD +46° 3474 (Spektraltyp B0 V, je nach Quelle 9,5 bis 10 mag), sind verantwortlich für die Ionisation des Nebels und damit für sein Leuchten. Sie schaffen eine „Höhle“ im Staub und Gas der Molekülwolke und eröffnen uns somit den Blick in ihr Inneres. Der Nebel wurde fotografisch von Edward Emerson Barnard auf einer Aufnahme vom 11. Oktober 1893 entdeckt, später unabhängig davon auch von Max Wolf (28. Juli 1894). (Wikipedia: Kokon-Nebel)
- Bilddaten:
Teleskop Newton f=1000mm f/4 (Lacerta FN250)
Korrektor TeleVue Paracorr Typ II (1,15x), effektive Brennweite 1158mm, f/4,6
Kamera ToupTek ATR2600M mit Antlia LRGB- und Hα-Filter, Gain 100, Offset 200, HCG, Low Noise Mode, High Fullwell
- Belichtungszeiten pro Kanal:
359x180s L
48x180s R
50x180s G
47x180s B
78x300s Hα
Gesamtbelichtungszeit: 31h42min
Datum: 28.05.2026 - 23.09.2026
Ort: Fürfeld / Deutschland
Montierung Skywatcher EQ8R-pro / Pegasus Astro EQMod
Nachführung und Aufnahmesteuerung mit INDI / PHD2 / CCDCiel unter Linux
Bildbearbeitung: PixInsight mit RC-Tools und Darktable
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kokon-Nebel https://en.wikipedia.org/wiki/IC_5146
