M 42 / NGC 1976 Der Orion-Nebel und Nachbarn

Die auf dem Bild dargestellte Himmelsregion umfasst die Umgebung des Orion-Nebels. Die meisten der auf den Fotografien sichtbaren Objekte befinden sich im Orion-Arm der Milchstraße, wie auch unser Heimat-Sonnensystem.

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HDR-Bild Ausschnitt des großen Orion-Nebel mit Umgebung, Teleskop Newton 130mm f/3.3, Kamera Canon EOS 6Da ISO800, 60x180s 10x: 60s, 30s, 10s, 5s

Der Orion-Nebel ist ein Teilgebiet der interstellaren Molekülwolke OMC-1 im Orion Molekülwolken-Komplex. Der Nebel besteht überwiegend aus Wasserstoff, innerhalb dessen neue Sterne entstehen deren ionisierende Strahlung den Nebel zur Emission von Strahlung im sichtbaren Spektralbereich anregt. Die hauptsächliche Ionisations-Quelle des Orion-Nebels ist das Mehrfachsternsystem "Theta1 Orionis C" (Beschriftung: 41 the01 Ori) mit den zwei Bestandteilen C1 und C2, das wiederum als einer der vier bekannten Trapez-Sterne (Theta1 Orionis A-D) erscheint, die wegen des großen Abbildungsmaßstabes der Aufnahme hier nicht vollständig aufgelöst sind (man kann das Trapez aber erahnen). Die Leuchtkraft von 41 the01 Ori C1 ist eine Blauer Riese von ca. 34 Sonnemassen und mit einer absoluten Helligkeit im sichtbaren Spektrum von -3,2 Magnituden einer der hellsten, bekannten Sterne. Die Entfernung des Orion-Nebels zu unserem Sonnensystem beträgt ca. 1350 Lichtjahre. Innerhalb des Orion-Nebels entstehen neue Sterne. Etwas eine Bogenminute von 41 the01 Ori kann (aber nur im infraroten Wellenlängenbereich) das nach seinen Entdeckern 1965 griffig benannte Becklin-Neugebauer-Objekt gefunden werden, das bei 700K strahlt und als Protostern klassifiziert werden konnte. Nach weiter Forschung konnten Anfang der 1990er Jahre mit dem Weltraumteleskop Hubble mehrere in Entstehung begriffene Sternsysteme entdeckt werden, sog. Proplyds (abgeleitete Kurzform aus dem Englischen Begriff "protoplanetary disk").


Während der Orion-Nebel (Katalog-Bezeichnungen M 42 oder NGC 1976) selbst ein Emissionsnebel ist, sind auf der Übersichtsaufnahme auch Refexionsnebel wie VdB42 und VdB44, NGC_1999 sowie zahlreiche Staubwolken erkennbar.

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Der Orion-Nebel mit beschrifteten, umgebenden Objekten


Die Aufnahme entstand kurz vor Neumond in zwei Nächten am 08. und 09. Januar 2024 unter sehr guten Sichtbedingungen (sieht man von der Weihnachtsbeleuchtung an benachbarten Gebäuden ab) und bei für Bad Kreuznach sehr kalten Temperaturen von -8°C und lokal darunter. Bei der Bearbeitung erzeugte die astro-modifizierte, gebraucht erworbene Kamera Canon EOS 6Da an den Rändern leider deutliche Artefakte (die sich bei der Kalibrierung der lights weder durch Flats, Bias oder Darks ausreichend entfernen ließen), so dass das Bild noch einmal leicht beschnitten werden musste. Auch der Fokuspunkt ist leider nicht optimal getroffen, da die Lacerta MFOC Firmware der Handbox (wie bereits unzählige Male davor) aus mir bisher noch nicht bekannten Gründen regelmäßig abstürzte und das Fokussieren bei -8° C zur Qual machten.


Aufnahmedaten:
  • Newton f=430mm f/3.3

  • Kamera Canon EOS 6Da ISO800

  • Belichtungszeiten
    • 60x180s

    • 10x60s

    • 10x30s

    • 10x10s

    • 10x5s

  • insgesamt: 3h 17 min 30s

  • Datum: 09-11.01.2024

  • Ort: Bad Kreuznach / Deutschland

  • Montierung Skywatcher EQ8R-pro mit Pegasus Astro EQMod

  • Guiding und Aufnahmesteuerung mit INDI / PHD2 / CCDCiel auf XUbuntu Linux

  • Bildbearbeitung mit PixInsight und Darktable


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HDR-Vollbild des großen Orion-Nebels mit weiterer Umgebung


Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Orionnebel