Satelliten - es wird voll im Erdorbit

Am Abend des 09. und 10.01.2024 richtete ich mein Teleskop auf den Orion Nebel M 42 und war sehr überrascht, wie viele Satelliten innerhalb von nur 3h das Bildfeld durchquerten. Besonders auffällig eine scheinbare Autobahn etwas niedrigerer Deklination unterhalb des Orion Nebel. Nach kurzen Nachdenken kam ich auf die Erklärung für diese scheinbar besonders beliebte Satellitenbahn.

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Satellitenspuren in 3h Belichtungszeit

Der Grund für die scheinbar hektische Betriebsamkeit am rechten Bildrand bei ca. -7° Deklination ist natürlich der geostationäre Orbit, wo zahlreiche Telekommunikationssatelliten ihre relativ zur Erdoberfläche feste Position haben.


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Ungefährer Deklinationswinkel der geostationären Umlaufbahn für 50° geographische Breite

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Bild nach plate-solve mit überlagertem äquatorialen Koordinatennetz

Da die Erde sich unter den Sternen dreht und die Teleskop-Montierung diese Drehung kompensiert, scheinen die geostationären Satelliten sich zu bewegen - und bezogen auf den stellaren Hintergrund tun sie dies auch. Ein Zeitraffer der Einzelaufnahmen zeigt dies noch einmal sehr anschaulich:

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Gif animation of single exposures showing satellites passing in front of constellation Orion


Aufnahmedaten:
  • Newton f=430mm f/3.3

  • Kamera Canon EOS 6Da ISO800

  • Belichtungszeiten
    • 60x180s

  • insgesamt: 3h

  • Datum: 09-11.01.2024

  • Ort: Bad Kreuznach / Deutschland

  • Montierung Skywatcher EQ8R-pro mit Pegasus Astro EQMod

  • Guiding und Aufnahmesteuerung mit INDI / PHD2 / CCDCiel auf XUbuntu Linux

  • Bildbearbeitung mit PixInsight, Video: ffmpeg