Die Krippe M 44 im Sternbild Krebs und sieben Asteroiden

Messier 44, auch bekannt als Krippe, ist ein heller und auffälliger offener Sternhaufen im Sternbild Krebs. Er befindet sich etwa 610 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er ist einer der offenen Sternhaufen, die unserem Sonnensystem am nächsten sind. Da der Haufen nahe an der Ekliptik liegt, können Asteroiden des Sonnensystems je nach Aufnahmedatum häufig in seiner Nähe beobachtet werden.

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M 44 and seven asteroids, image data: f=430mm, f/3.3 35x180s Canon EOS 6Da ISO800

Messier 44 ist ein relativ junger Sternhaufen, der auf ein Alter von etwa 600-700 Millionen Jahren geschätzt wird. Die Sterne innerhalb des Haufens sind aus derselben riesigen Molekülwolke hervorgegangen. Er war eines der ersten Deep-Sky-Objekte, die Galileo Galilei im Jahr 1609 untersuchte. Er zählte etwa 40 Sterne im Haufen.

Später wurde er 1769 in den berühmten Katalog von Charles Messier aufgenommen. Im September 2012 wurden zwei Planeten entdeckt, die um getrennte Sterne kreisen.

Im September 2012 wurden im Beehive-Haufen zwei Planeten entdeckt, die um verschiedene Sterne kreisen. Die Entdeckung war insofern von Bedeutung, als es sich um die ersten Planeten handelte, die um Sterne wie die Sonne kreisen, die sich in Sternhaufen befinden. Zuvor waren zwar schon Planeten in solchen Haufen entdeckt worden, aber nicht solche, die Sterne wie die Sonne umkreisen.

Und jetzt das Besondere: das in diesem Blog vorgestellte Bild ist mehr als "nur Messier 44" als Deep-Sky-Bild: Der offene Sternhaufen befindet sich in der Nähe der Ekliptik, wo Asteroiden die Planetenscheibe um die Sonne bevölkern. Und so kam es, dass im Vordergrund zufällig 7 Asteroiden im Bild eingefangen wurden. Bei der Standardverarbeitung von Deep-Sky-Bildern werden die Pixelstapel statistisch ausgewertet, wenn mehrere Lichtbilder gemittelt werden. Normalerweise werden helle Pixel, die nur auf einem oder zwei Bildern auftauchen, als Ausreißer erkannt und durch den Durchschnitts- oder Medianwert ersetzt. Daher bleiben Asteroiden und Objekte, die sich auf dem Himmelshintergrund bewegen, oft unerkannt. In diesem Fall machte mich ein Kollege von der Sternwarte Hofheim auf die hohe Wahrscheinlichkeit aufmerksam, dass Asteroiden in den Aufnahmen zu haben - und siehe da, nach einer aufwendigen Nachbearbeitung mit manueller Hot-Pixel-Entfernung kamen einige Asteroiden zum Vorschein, wie im Bild unten zu sehen ist, wo die Ausschnitte der Detailaufnahmen markiert sind:

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Bild mit markierten Ausschnitten, die Asteroiden zeigen (im Vordergrund)


Seven Asteroids moving in the field of view

A1
1497 Tampere
(mag. 16.07)

A2
1618 Dawn
(mag. 15.49)

A3
18693 1998 HS19
(mag. 16.89)

A4
1100 Arnica
(mag. 15.50)

A5
1819 Laputa
(mag. 15.96)

A6
16461 1990 BO
(mag. 16.78)

A7
7755 Haute-Provence
(mag. 17.17)
A1: 1497 Tampere (m 16.07)
A2: 1618 Dawn (m 15.49)
A3: 18693 1998 HS19 (m 16.89)
A4: 1100 Arnica (m 15.50)
A5: Laputa (m 15.96)
A6: 16461 1990 BO (m 16.78)
A7: 7755 Haute-Provence (m 17.17)

Belichtungsdaten:
  • Teleskop: Korrigierter Newton, f=430mm, f/3.3

  • Kamera Canon EOS 60Da ISO800

  • Belichtungszeiten
    • 35x180s

  • Gesamt: 1h 45min

  • Datum: 11.01.2024 ca. 3h UTC

  • Ort: Bad Kreuznach / Deutschland

  • Montierung Skywatcher EQ8R-pro / Pegasus Astro EQMod

  • Guiding und Belichtungssteuerung mit INDI / PHD2 / CCDCiel unter XUbuntu Linux

  • Bildverarbeitung PixInsight und Darktable


Quellen: https://en.wikipedia.org/wiki/Beehive_Cluster