Messier 101 – Die Feuerradgalaxie im Sternbild Großer Bär
Messier 101 (NGC 5457), besser bekannt als Feuerradgalaxie (gelegentlich auch Windradgalaxie), ist eine uns nahezu face-on zugewandte Grand-Design-Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär (Ursa Major). Sie befindet sich in einer Entfernung von etwa 21 Millionen Lichtjahren (≈ 6,4 Mpc) und erreicht eine scheinbare Helligkeit von rund 7,9 mag. Damit ist sie zwar grundsätzlich schon mit kleineren Teleskopen erreichbar - das Licht verteilt sich allerdings über einen Bereich von fast 29 Bogenminuten am Himmel, was etwa dem Durchmesser des Vollmonds entspricht und einen wirklich dunklen Himmel erfordert. Entdeckt wurde sie am 27. März 1781 von Pierre Méchain, der seinen Fund umgehend an Charles Messier weitergab. Dieser nahm das Objekt noch im selben Jahr als eine der letzten Einträge in seinen berühmten Katalog auf (Wikipedia: Feuerradgalaxie).
Die Feuerradgalaxie M 101 (NGC 5457) im Sternbild Großer Bär, Teleskop Newton f=1000mm f/4, Kamera Atik 460Exm mit Baader LRGB- und Hα-Filter, Gesamtbelichtungszeit 22h20min
Morphologisch wird M 101 als SAB(rs)cd-Spirale klassifiziert. Sie zählt zu den größten Scheibengalaxien in unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft: Ihre stellare Scheibe erstreckt sich über rund 170 000 Lichtjahre und ist damit fast doppelt so groß wie unsere Milchstraße (NASA/ESA Hubble-Pressemitteilung zu M 101). Besonders auffällig ist jedoch die ausgeprägte Asymmetrie der Galaxie: Der helle Kern liegt sichtbar versetzt zum geometrischen Mittelpunkt der äußeren Scheibe, und die Spiralarme sind deutlich verzerrt - ein klares Indiz für zurückliegende gravitative Wechselwirkungen mit Mitgliedern ihrer Galaxiengruppe.
M 101 ist die dominierende Galaxie der nach ihr benannten M 101-Gruppe. Zu ihr gehören unter anderem die ebenfalls stark gestörte irreguläre Galaxie NGC 5474 (deren Kern auffallend in Richtung M 101 verschoben ist), sowie NGC 5477, NGC 5585, Holmberg IV (UGC 8837) und mehrere weitere lichtschwache Begleiter (keine davon hier im Bildfeld) (Karachentsev et al. 2013, AJ 145, 101).
Eine ganz besondere Eigenheit - und der Grund, warum dem LRGB-Stapel zusätzlich schmalbandiges Hα beigemischt wurde - sind die zahlreichen riesigen HII-Regionen entlang der Spiralarme. Mehrere von ihnen sind so leuchtkräftig, dass sie eigene NGC-Nummern tragen, darunter NGC 5447, NGC 5450, NGC 5451, NGC 5453, NGC 5455, NGC 5458, NGC 5461, NGC 5462 und NGC 5471. Speziell NGC 5471 zählt zu den hellsten bekannten HII-Komplexen in einer nahegelegenen Galaxie überhaupt (Kennicutt et al. 2003, PASP 115, 928).
Über die Fachwelt hinaus bekannt wurde M 101 schließlich im August 2011, als in einem ihrer äußeren Spiralarme die Supernova vom Typ Ia SN 2011fe aufleuchtete. Mit einer maximalen Helligkeit nahe 9,9 mag und einer Distanz von nur ≈ 21 Mio. Lichtjahren handelte es sich um die nächstgelegene und am besten dokumentierte Typ-Ia-Supernova seit Jahrzehnten, die seitdem als Referenzobjekt zur Kalibrierung der kosmologischen Entfernungsleiter dient (Nugent et al. 2011, Nature 480, 344).
- Bilddaten:
Teleskop Newton f=1000mm f/4
Kamera Atik 460Exm mit Baader LRGB- und Hα-Filter
- Belichtungszeiten pro Kanal:
95x300s L
40x300s R
37x300s G
34x300s B
31x600s Hα
Gesamtbelichtungszeit: 22h20min
Datum: 24.-28.04.2026
Ort: Fürfeld / Deutschland
Montierung Skywatcher EQ8R-pro / Pegasus Astro EQMod
Nachführung und Aufnahmesteuerung mit INDI / PHD2 / CCDCiel unter Linux
Bildbearbeitung: PixInsight mit RC-Tools und Darktable
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Feuerradgalaxie https://en.wikipedia.org/wiki/Pinwheel_Galaxy https://esahubble.org/images/heic0602a/ https://iopscience.iop.org/article/10.1088/0004-6256/145/4/101 https://iopscience.iop.org/article/10.1086/376941 https://www.nature.com/articles/nature10644
