Der Coma-Sternhaufen, Melotte 111, im Sternbild Haar der Berenike

Melotte 111, der Coma-Sternhaufen, ist einer der größten und nächstgelegenen offenen Sternhaufen am Himmel. Er erstreckt sich über fast 7,5 Grad im Sternbild Haar der Berenike und umfasst rund 40 helle Sterne, die seit dem frühen 20. Jahrhundert als physische Gruppe bekannt sind. Sein großer Winkeldurchmesser macht ihn zu einem Motiv für Weitwinkeloptiken — für eine vollständige Abbildung sind Brennweiten deutlich unter 200mm erforderlich.

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Melotte 111, Coma-Sternhaufen: Samyang 135mm f/2.8, Canon EOS 6Da ISO 800, 116x60s, Belichtungszeit gesamt 1h 56min, 11. April 2026, Teide / Teneriffa, Spanien

Allgemeine Daten

Helligkeit

1,8 mag (mit bloßem Auge sichtbar)

Scheinbare Größe

~7,5° (ca. 15-facher Monddurchmesser)

Entfernung

~288 Lichtjahre (einer der nächsten Haufen zur Erde)

Alter

~400–500 Millionen Jahre

Anzahl der Mitglieder

~40 bestätigte helle Mitgliedssterne

Warum Melotte 111 für die Astrofotografie attraktiv ist Der außergewöhnlich große Winkeldurchmesser des Haufens macht ihn zu einem idealen Motiv für schnelle Teleobjektive anstelle klassischer Teleskope. Bei 135mm Brennweite auf einem Vollformatsensor füllt Mel 111 etwa die Hälfte des Bildfeldes, während der umgebende Sternenhimmel im Sternbild Haar der Berenike noch ausreichend Kontext bietet. Die Mitgliedssterne — überwiegend A-Typ-Hauptreihensterne der Größenordnung 5–7 mag — sind hell genug, dass moderate Belichtungszeiten ein ausdrucksstarkes Ergebnis liefern.

Mit einer galaktischen Breite von +88° liegt Melotte 111 nahezu frei von Milchstraßenstaub und -absorption, was einen sauberen, dunklen Hintergrund liefert. Gradientenkorrektur ist damit weniger aufwändig als bei Objekten in der galaktischen Ebene. Die Lichtstärke des Samyang 135mm f/2.8 ermöglicht zudem kurze Einzelbelichtungen bei trotzdem gutem Gesamtsignal.

Beobachtungshinweise Optimale Sichtbarkeit für mittlere nördliche Breiten besteht Ende April und im Mai, wenn der Haufen bei einer Deklination von +26° nahe dem Zenit kulminiert. Er befindet sich im schwach besternten Sternbild Haar der Berenike, etwa 6 Grad nördlich von Denebola (β Leonis). Unter dunklem Himmel ist der Haufen sofort mit bloßem Auge als lockere Sternansammlung erkennbar; mit dem Fernglas bei kleiner Vergrößerung erscheint er besonders eindrucksvoll, da die hellsten Mitglieder aufgelöst werden und gleichzeitig die räumliche Ausdehnung erhalten bleibt. Bei 135mm Brennweite passt der gesamte Haufen bequem in ein Einzelbild.

Historischer Kontext Die Sternengruppe, die heute als Melotte 111 bekannt ist, wurde bereits in der Antike wahrgenommen. Um 240 v. Chr. benannte der ägyptische Astronom Konon von Samos diese Sterne nach Königin Berenike II. von Ägypten, die ihr Haar als Opfergabe hatte abschneiden lassen — und gab damit dem Sternbild Haar der Berenike seinen Namen. Tycho Brahe führte die Sterne in seinem Katalog unter dem Sternbild Löwe, nicht als eigenständiges Sternbild. Philibert Jacques Melotte nahm die Gruppe als Eintrag 111 in seinen Sternhaufenkatalog von 1915 auf. Frühe Eigenbewegungsstudien im 20. Jahrhundert bestätigten schließlich, dass die Sterne eine gemeinsame Raumgeschwindigkeit aufweisen — und damit einen echten physischen Haufen in einer Entfernung von ~288 Lichtjahren bilden.

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Melotte 111, Coma-Sternhaufen: Bildfeld mit Beschriftungen


Belichtungsdaten:
  • Objektiv: Samyang 135mm f/2.8

  • Kamera: Canon EOS 6Da, ISO 800

  • Belichtungszeiten
    • 116x60s

  • Gesamtbelichtungszeit: 1h 56min

  • Datum: 11.04.2026

  • Ort: Teide / Teneriffa / Spanien

  • Montierung: iOption Skyguider Pro

  • Nachführung und Aufnahmesteuerung mit INDI / PHD2 / CCDCiel unter Linux

  • Bildbearbeitung: PixInsight mit RC-Tools und Darktable


Quellen: